1. Im Dunklen treffen wir rationalere Entscheidungen

Wenn Sie vor einer wichtigen Entscheidung stehen und diese rational treffen wollen, dimmen Sie das Licht. Kein Scherz. Wissenschafter um Alison Jing Xu von der Rotman School of Management konnten zeigen, dass helles Licht unsere Emotionen – ob positiv oder negativ – verstärkt.

2 Mit voller Blase treffen wir bessere Entscheidungen

Bitte nicht lachen! Wissenschaftler der niederländischen Universität von Twente fanden heraus: Je voller die Blase, desto eher entscheiden wir uns für langfristige Ziele.
 „Harndrang-Effekt“ heißt das.

Die Begründung: Wer es schafft, seinen Harndrang kurzfristig (!) zu unterdrücken, der kann auch kurzfristigen Versuchungen besser widerstehen.

3 Stress führt zu riskanteren Entscheidungen

Das betrifft vor allem Manager. Kanadische Wissenschaftler um Theodore Noseworthy von der Universität von Guelph konnten nachweisen, dass Stress emotional korrumpiert und uns von negativen Konsequenzen distanziert. Bei Stress gehen wir lieber in den Angriffs-Modus statt gründlich zu reflektieren.

4 Wir entscheiden uns meist für die erste Option

Wer schnell zwischen mehreren Alternativen wählen muss, entscheidet sich oft für die erste Option, so das Ergebnis einer Studie um Dana R. Carney von der Universität von Kalifornien in Berkeley.
Die Gefahr: Wir konditionieren uns dabei zugleich nach dem Motto: Das Erste ist das Beste. Einmal gelernt, bleiben wir diesem Muster bei späteren Entscheidungen meist treu.

5 Die Mehrheit entscheidet sich für Bekanntes

Dieser Psychologische Effekt ist verwandt mit dem davor und zeigt: Die Qual der Wahl ist zuweilen keine. Eher bevorzugen wir bei der Entscheidung Bekanntes. Was uns manipuliert, ist das starke Vertrautheitsgefühl, das uns in Sicherheit wiegt. Die sogenannte Rekognitionsheuristik verleitet aber auch zu Fehlurteilen. Etwa am Aktienmarkt: Bekanntere Unternehmen werden oft besser bewertet als sie sind.

6 Wer sich nicht entscheiden kann, braucht eine Alternative

Das Phänomen wird Decoy-Effekt genannt. Wenn wir uns zwischen zwei Optionen nicht entscheiden können, brauchen wir eine dritte – den Köder (englisch: „decoy“). Er bildet eine Art Entscheidungs-Krücke. Schon sieht eine der anderen Optionen besser aus.

7 Gut Gelaunte entscheiden großzügiger

Obacht, wenn Sie gerade richtig gut drauf sind und eine Wahl treffen müssen! Wer positiv gestimmt ist, entscheidet suboptimal. So das Ergebnis einer Studie an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Ob Wohnungskauf oder Jobsuche: Die eigene Stimmung nimmt massiv Einfluss auf unsere Entscheidung. Je besser gelaunt, desto schneller akzeptierten wir ein Angebot.

8 Schlecht Gelaunte sehen klarer

Wie der australische Psychologe Joe Forgas von der Universität von New South Wales herausfand, profitieren Miesepeter von gesteigerter Aufmerksamkeit. Effekt: Sie fallen seltener auf urbane Legenden oder Marketing-Tricks herein – und entscheiden besser.

9 Ärger macht Entscheidungen rationaler

Studien von Wissenschaftlern um Maia Young von der Anderson School of Management in Kalifornien zeigen: Wer sich ärgert, trifft rationalere Entscheidungen. Und zwar weil Wut klassische Fehlfaktoren (Fachbegriff: „confirmation bias„) unterdrückt.

10 Wer besser entscheiden will, sollte aufstehen

Glaubt man einer Studie des Psychologen Frank Fischer von der Münchner LMU, dann können Sie durch simples Aufstehen bessere Entscheidungen treffen. Wer in den Experimenten aufstand, hatte 24 Prozent mehr Ideen und traf in 25 Prozent der Fälle bessere Entscheidungen als die Sitzenbleiber.

11 Hohe Boni führen zu besseren Entscheidungen

Geld beeinflusst Entscheidungen, klar. Harvard-Wissenschaftler um Shawn A. Cole und Martin Kanz entdeckten jedoch, dass besonders fette Prämien zu besseren Entscheidungen führten. Im konkreten Fall arbeiteten die Bankangestellten umgehend gründlicher und prüften die Darlehensanträge intensiver.

12 Ausgeschlafene wählen klüger

Schon eine Stunde Schlafmangel führt zu schlechteren Entscheidungen. Betroffene gehen dann höhere Risiken ein, so eine Studie von Virginie Godet-Cayré vom Centre for Health Economics and Administration Research in Frankreich.

13 Entscheidungen machen müde

Wer viel entscheiden muss, büßt geistige Kapazitäten ein. Das hat die Psychologin Kathleen Vohs herausgefunden. Kurz: Entscheidungen machen müde. Egal, ob man diese freiwillig oder unter Druck trifft, ob sie Spaß machen oder nicht – sie powern uns aus. Wer vor wichtigen Entscheidungen steht, sollte sie deshalb nicht unbedingt am Ende eines anstrengenden und entscheidungsreichen Tages treffen.

Quelle: www.mdr.de/wissen

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